1. Platz Fliesenlegermeister Gerold Beck, Günstedt

Knapp 1.400 Leser haben sich bei der Wahl zum Schwimmbad des Jahres beteiligt und unter den durch eine Fachjury bestimmten fünf besten Projekten den Gewinner ermittelt. Der erste Platz ging an die  "Schwimmhalle Finckensteinallee" in Berlin und an Fliesenlegermeister Gerold Beck aus Günstedt als ausführenden Betrieb.

Zum Schwimmbad

Die Sanierung der Schwimmhalle Finckensteinallee kombiniert denkmalgerechte mit energetischen Maßnahmen, basierend auf einem integrativen Denkmalkonzept mit den Schwerpunkten Erhalten, Wiedergewinnen und Weiterentwickeln. Die Finanzierung der energetischen Maßnahmen erfolgte mit EFRE-Mitteln (UEPII-Programm, Projektnr. 11085UEPII/4-2).
Das ursprüngliche Militärbad aus dem Jahr 1938 steht auf dem Gelände einer ehemaligen Kadettenanstalt und diente der
SS-Leibstandarte. Das Bad gehörte zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung zu den größten und modernsten Schwimmhallen Europas. Das wettkampftaugliche 50-Meter- Becken mit Sprunggrube wurde durch ein zwei Meter tiefes 50-Meter-Sportbecken ersetzt.
Die erweiterten Fliesenarbeiten umfassten auch, alle Untergründe neu herzustellen. Insbesondere gehörte hierzu die wettkampftaugliche Beckenprofilierung nach FINA-Norm. Eine der denkmalpflegerischen Auflagen war, die bauzeitlichen Beckenkopfsteine aus Sora Lamprophyr wieder zu verwenden. Die Verlegung der circa 100 x 35 x 10 Zentimeter großen Granitblöcke erfolgte nach einer vorher angefertigten Kartierung. Auch die grünen Bahnenmarkierungen sind entsprechend der bauzeitlichen Farbgebung nachgebildet. Im Beckenumgang wurde ein zum Rand abgesetztes Mosaik verlegt. Die vormals zur Schwimmhalle offenen Duschen sind mit neuen frischen Farben als freistehende geflieste Kuben eingefügt worden. Durch die rote und blaue Seite wird eine leichte Orientierung zwischen Besucher- und Schul-/Vereinsseite gewährleistet.
Eine besondere Herausforderung war der umlaufende Anschluss der Sockelfliese an die Marmorwandvertäfelung. Im Untergrund musste die Abdichtung neu angeschlossen werden.
Während der Vorbereitungsarbeiten wurde bereits die Schwimmsportausstattung – unter anderem zehn FINA Startblöcke mit Zeitmessautomatik inklusive Leinen- und Wasserballbefestigungssystemen – an die vorgesehene Rasterpunktlage geplant und aufgerissen.
Mit der Wiedereröffnung im August 2014 konnte die Schwimmhalle zum ersten Mal in ihrer 75-jährigen Geschichte auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Unter den Berliner Schwimmhallen konnte die Schwimmhalle Finckensteinallee schnell als „neueste alte Halle“ ein breites und treues Publikum gewinnen.